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Dr. jur. Thomas Schwarze, Rechtsanwalt - Fachanwalt für Arbeitsrecht, Strafrecht und Sozialrecht

Arbeitsrecht

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Manche Arbeitgeber schaffen Situationen, die den Arbeitsalltag für den betroffenen Mitarbeiter unerträglich werden lassen, mit dem Ziel ihn so zu zermürben, dass er nur noch den Wunsch hegt, die Firma zu verlassen. Mobbing tritt verstärkt auf, wenn die Konjunkturlage ungünstig und die Arbeitslosigkeit hoch ist.

Das Wort Mobbing lässt sich am besten mit "systematische Schikanen" übersetzen. Sie werden bewusst initiiert, um einem Menschen das Leben und das Arbeiten zu erschweren. So wird beispielsweise der betroffene Mitarbeiter von Projekten und Besprechungen fern gehalten oder ohne nachvollziehbaren Grund und gegen seinen Willen in eine andere Abteilung versetzt. Die bisherigen Aufgaben werden dem Betroffenen entzogen oder ihm werden neue Arbeitsbereiche zugewiesen, die ihn entweder unter- oder überfordern.

Nicht jeder Konflikt am Arbeitsplatz ist Mobbing.

Das Bundesarbeitsgericht grenzt in seiner Definition " Mobbing" von üblicherweise in einem Betrieb vorkommenden Konfliktsituationen ab: "Mobbing ist das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeit-nehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. Es wird begünstigt durch Stresssituationen am Arbeitsplatz, deren Ursachen u. a. in einer Über- oder Unterforderung einzelner Arbeitnehmer oder Arbeitnehmergruppen, in der Arbeitsorganisation oder im Verhalten von Vorgesetzten liegen können ( BAG, Urteil v. 25.10.2007, Az.: 8 AZR 593/06).

Was kann ich gegen Mobbing tun?

  • Suchen Sie sich Verbündete im Kollegenkreis
  • Reden Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden
  • Wenden Sie sich an den Betriebsrat
  • Suchen Sie einen Pyschologen auf
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, das hilft Ihnen den Konflikt zu verarbeiten. Darüber hinaus ist es ein notwendige Beweisstück, falls Sie vor Gericht gehen müssen. Schreiben Sie die einzelnen Mobbingvor- fälle samt Datum und Uhrzeit oder Tageszeit (Vormittag, Nachmittag) auf. Schildern Sie die Gescheh- nisse möglichst genau und notieren Sie auch, was Sie dabei empfunden haben. Mit Hilfe dieses Mobbingtagebuches können Sie selbst oder andere die Vorfälle später nachvollziehen.

Lässt sich das Mobbing nicht eindämmen, konsultieren Sie einen Anwalt. Dabei hilft das Mobbing-Tagebuch, die Vorfälle genau rekonstruieren zu können.

Was kann der Anwalt tun? Der Anwalt kann z. B. eine vertragsgemäße Beschäftigung einklagen, wenn Arbeit entzogen wurde.

Oder er reicht Klage gegen eine offensichtlich ungerechtfertigte Abmahnung ein. Dadurch wird dem Mobbenden gezeigt, dass Sie den Gang vor Gericht nicht scheuen.

In der Regel sind Prozesse gegen einzelne Mobbingvorfälle einfacher zu führen, da leichter nachweisbar.

Der Anwalt kann jedoch auch gegen das Mobbing insgesamt klagen. Verlassen Sie sich dabei nicht auf die Aussagebereitschaft von Kollegen, sondern sorgen Sie dafür, dass Sie dem Gericht die folgenden Beweismittel vorlegen können:

  • - Mobbing-Tagebuch
  • Ärztliches Attest
Das Attest sollte nicht von einem Hausarzt erstellt werden, sondern von einem Psychologen.

Liegt nachweislich Mobbing vor, können Sie Schadensersatz von dem dem Mobber einklagen. Darunter fallen Ausgaben für Arztbehandlungen, für Psychotherapie und für sonstige Beratungen sowie Kosten, die durch eventuelle Folgeschäden entstehen. Darüber hinaus können Sie Schmerzensgeld für den erlittenen Schaden verlangen.